Vanola-Belle von der Klusmatt alias Viola - nicht schwer zu erraten, das ist meine Hündin

Wie ich auf den Hund kam
Viola und die Hundeschule
Viola und die Freizeit
Viola und Austellungen
Viola und die Zucht

Violas Operation


Wie ich auf den Hund kam
Geboren wurde Viola im August 1993 in der Schweiz. Ich war 15, als ich meine Mutter endlich davon überzeugen konnte, dass ein Tier ins Haus muß. Eigentlich hatten wir uns auf ein Streifenhörnchen geeinigt. Ich hatte auch schon einen Käfig für das Hörnchen gebaut, als sich herausstellte, dass es zu diesem Zeitpunkt keine Streifenhörnchen in Deutschland zu kaufen gab: kurz vorher wurde ein Verbot erlassen, dass die Einfuhr von Streifenhörnchen nach Deutschland untersagte. (Was ich an und für sich auch unterstütze.) Aber auch inländische Nachzuchten waren nicht zu bekommen...
Ein Glücksfall für mich war die damalige Juliausgabe 1993 der Zeitschrift "Ein Herz für Tiere". Gekauft, weil sie einen Artikel über Streifenhörnchen enthielt, war auch eine Beschreibung des Coton de Tuléars enthalten. Als meine Mutter einen Blick in die Zeitschrift war, meinte sie "unvorsichtiger Weise", dass diese Cotons doch auch sehr nett aussähen. Und damit hatte ich sie (meine Mutter ;) ) am Wickel: so ein Hund mußte her.
Auch damals war es nicht so einfach, einen Coton zu finden. Schon gar nicht im Süddeutschen Raum. Wir entdeckten dann eine Züchterin in der Schweiz, die noch ein Coton-Mädchen zu vergeben hatte. Angekommen, Cotonwelpen gesehen und verliebt. Viola war sehr klein und zierlich, was mich damals aber nicht besonders erstaunte. Hatte ich doch noch nie einen "handfesten" Cotonwelpen gesehen.
Im Nachhinein betrachtet, wäre es besser gewesen noch einen anderen Züchter zu besuchen. (Viola war sehr winzig und ängstlich. Vor Männern mit schwarzen Schuhen hat sie heute noch Respekt). Aber ich war so froh, meine Mutter überzeugt und einen Welpen gefunden zu haben, dass ich ohne Viola niemals heimgefahren wäre...
Heute möchte ich sie natürlich nicht mehr hergeben. Sie hat sich zu einem freundlichen, zu allen Menschen und vor allem Kindern offenen Hund entwickelt. Mit anderen Hunden kann sie nicht so wirklich gut umgehen (dies ist aber keineswegs typisch für diese Rasse), ich glaube sie "versteht" ihre Artgenossen oft einfach nicht. Bei Katzen weiß sie genau, ob "es die Katze von gegenüber" oder die "Katze in der eigenen Wohnung" ist: Ist die Mieze auf der anderen Seite des Zauns, ist es ein begehrtes Bellobjekt, ist sie aber mit im selben Raum, ist die Katze "tabu" ;).

Viola und die Hundeschule
Wie schon oben erwähnt, ist Viola anderen Hund doch sehr skeptisch gegenüber. Eigentlich wollte ich dem vorbeugen, und mit ihr schon am Anfang in die Hundeschule gehen. Leider war damals das Konzept der "Welpenstunden" noch nicht so weit verbreitet, so dass ich in eine "Schulstunde" für Junghunde geraten bin. Alle anderen Hunde waren doch sehr viel größer als Viola. Ihre Angst vor anderen Hunden konnte ich ihr hier auch nicht nehmen. Aber die Zeit verging so schnell und Viola war endlich alt genug für eine richtige Hundeschule. Sie lernte sehr schnell, so dass sie oft die Beste im Kurs war, auch wenn wir zu Hause nicht wirklich viel geübt haben ;). Viola hat die Begleithundeprüfung bestanden und wir haben dann weiter gemacht (im IRJGH - Internationalen Rasse-, Jagd- und Gebrauchshundeverein), und Viola hat auch die Silberprüfung noch bestanden. Gold haben wir aus Zeitmangel dann doch nicht mehr gemacht.
Die Hundeschule ist natürlich auf für den Alltag nicht spurlos an ihr vorübergegangen: Sie begleitet mich über all hin (da sie, wohl eine Coton-Eigenschaft, nicht gerne alleine bleibt). Sie durfte ein paar Mal mit in die Schule (die Lehrer haben sie meist gar nicht bemerkt ;) ), und jetzt begleitet sie mich auch mit in die Uni. In die Arbeit darf ich sie leider nicht mitnehmen: Hunde sind ganz allgemein nicht erlaubt ;(. Meistens kann ich Viola dann zu meinen Eltern bringen oder mein Freund passt auf sie auf. Wenn keiner daheim sein kann, muß Viola im Auto warten: dort bleibt sie ohne Probleme alleine.

Viola und die Freizeit
Ein Coton ist ein sehr "praktischer" Hund: er passt sich den Bedürfnissen seiner Familie sehr gut an. Man kann mit ihm Hundesport wie Agility betreiben, er ist aber auch nicht unzufrieden, mal einen Tag auf der Couch zu verbringen. Agility habe ich mit Viola eine Zeit lang gemacht, leider war sie mit Abstand die Kleinste auf dem Platz: die Stangen mussten für sie immer runtergelegt werden und nach unserer Runde wieder hoch. Im Moment sind wir beide eher faule Couch-Potatoes ;). Violas Lieblingsspielzeug ist ein Tennisball. Auch wenn wir mit ihr bei Freunden sind, gräbt sie überall Tennisbälle aus:
Gastgeber: "Sag mal, was will den Viola in der Kommode da?" - "Hast Du da einen Tennisball drin?" - "Nö, Tennisbälle hab ich gar nicht" - "Na, schau doch mal rein..." . Und wieder ist jemand überrascht, dass sogar sein Haushalt einen Tennisball beinhaltet...

Viola und Ausstellungen
Als ich Mitglied im Coton-de-Tuléar-Verein geworden bin, habe ich natürlich auch regelmäßig Einladungen zu Hundeausstellungen bekommen. Endlich volljährig und im Besitz eines kleinen Töff-Töffs, habe ich meine Freundin Heidi und den Hund gepackt, und wir sind nach Pirmasens auf eine Coton-Ausstellung gefahren. Ich weiß gar nicht mehr, was den Ausschlag gegeben hat, dass ich mich dafür entschieden habe mit Viola züchten zu wollen. Um nun aber eine Zuchtgenehmigung zu bekommen, war es notwendig mehrere Ausstellungen zu besuchen. Hundeausstellungen haben ein ganz eigenes Flair und einen ganz eigenen Charakter, den man aber nur bemerkt wenn man selber ausstellt. Zum Glück gibt es ja nicht sooo viele Cotons, so dass wir auf den Ausstellungen doch oft wieder die selben Leute getroffen haben. Inzwischen ist Viola ja nun schon älter und auch dem Zuchtalter entwachsen, so dass ich mit ihr auch nicht mehr auf Ausstellungen gehe (was nicht heißen soll, dass man nicht auch mit älteren Hunden auf Ausstellungen gehen kann ;) ). Viola hat Hundeausstellungen, dem Lärm und den vielen anderen Hunden, nie viel abgewinnen können, so dass ich beschlossen habe, mit ihr keine Ausstellungen mehr aktiv zu besuchen. Nichts desto trotz waren die Ausstellungen auch eine interessante Zeit (wann kommt man schon mal nach Pirmasens, Stuttgart oder Leipzig ;)? ).

Viola und die Zucht
Im Jahr 1996 unternahm ich den ersten Versuch Viola decken zu lassen. Leider hat dies nicht geklappt. Sowohl Rüde als auch Hündin waren unerfahren und ich ja auch! Inzwischen weiß ich, dass man den richtigen Zeitpunkt bestimmen lassen kann, an dem die Hündin deckbereit ist. Vielleicht war ich damals eben einfach nicht zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ;). Ein Jahr später (1997) habe ich den zweiten Versuch gewagt, und es hat geklappt. Mehr dazu findet sich unter "Nachwuchs". Da man für Welpen zum einen sehr viel Zeit und zum anderen auch die richtigen räumlichen Gegebenheiten braucht, hat es sich die Jahre danach nicht ergeben, nochmal zu züchten. Letztes Jahr (2001) allerdings habe ich nochmal einen Versuch unternommen. Ich war mit Viola vorher regelmäßiger Gast in der Tierklinik, um per Abstrich und Blutuntersuchung den richtigen Zeitpunkt bestimmen zu lassen. Ich weiß leider nicht, warum es dieses Mal auch schief gegangen ist... Zu dem Zeitpunkt, den die Tierklinik bestimmt hatte, waren wir beim Rüden. Aber weder der Rüde noch Viola waren wirklich "gut drauf". Zum Glück ist die Rüdenbesitzerin selbst Tierärtzin, so dass wir nochmal am Sonntag (!) eine Blutuntersuchung machen konnten. Da stellte sich dann raus, dass der Termin schon um vier oder fünf Tage überschritten war! Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Ich habe mich ziemlich geärgert, da der "Ausflug" samt Tierarztbesuchen vorher kein wirklich günstiges Vergnügen war. Was mich aber wirklich enttäuscht hat, war, dass es die letzte Chance für mich und Viola war, noch einmal Nachwuchs zu bekommen. Inzwischen ist ihre Zuchtzulassung erloschen und sie zu alt für Nachwuchs. Wir spielen uns natürlich mit dem Gedanken, eine zweite Hündin zu kaufen... Na, mal sehen ;)!

Violas Operation
Im August 2006 haben wir uns entschlossen Viola (sie ist inzwischen doch stolze 13 Jahre alt) operieren zu lassen: Sie war ja nun jedes Mal nach einer Läufigkeit Scheinträchtig. Regelmässig hat sie dann die Wohnung umgegraben, um eine Nest zu bauen. Damit hätte man ja noch leben können :). Dazu war sie aber wirklich schlecht drauf, hat viel gejammert und gefiept - und schlecht war ihr auch noch ständig. Immer wieder ist sie durch die Wohnung gehuscht, auf der Suche nach einer Staubfluse, die man fressen kann und die der Staubsauger übersehen hat, in der irrigen Annahme, dass hund sich dann übergeben kann und die Übelkeit verschwindet.
Noch dazu hatte sie Tumore am Gesäuge. Eine häufige Erkrangung bei Hündinnen, die immer wieder schweinträchtig werden. Am Anfang waren die Tumore sehr winzig und kaum zu fühlen. Mit der Zeit jedoch wurden sie immer größer und Viola war es unangenehm, wenn man zum Beispiel mit dem Kamm an einen hinkam. Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir sie nun operieren lassen wollen. Die Tumore sollten entfernt werden und zugleich sollte sie kastriert werden. Jetzt sit sie aber doch schon 13 Jahre alt und so eine OP ist auch immer ein Risiko. Würde der Hund unnötig leiden? Im August 2006 bei der Nachfrage beim Tierarzt bekamen wir aber die unmißverständliche Antwort, Viola müsse operiert werden. Gesagt, getan. Wir bekamen sofort einen Termin für in drei Tagen. Und diese drei Tage waren schnell rum...
Es wurde also Mittwoch und ich bin mit ihr zum Tierarzt gefahren. Kaum angekomme und ausgestiegen wollte Viola am liebsten wieder einsteigen :), ein üblichen Phänomen beim Tierarzt. In der Praxis kam ich sofort dran und Viola erhielt eine Spritze zum einschlafen. Die Tierärztin trug sie dann in den OP im Keller - und ich konnte nur hinterherschauen. Ich glaube, mir ging es in dem Moment schlechter als dem Tier...!
Am Nachmittag, war die Anweisung, sollte ich dann anrufen, um zu erfahren, wie es Viola überstanden hat und wann ich sie abholen könne. Die OP hat sie gut aber natürlich geschwächt überstanden. Gegen 18 Uhr konnte ich dann endlich hinfahren und sie wieder abholen. Ich bekam einen ganzen Berg von Medikamenten mit, den ich Viola nach und nach einflössen durfte. Zum Glück ist sie da sehr geduldig.
Die darauffolgende Nacht war nicht besonders prickelnd. Viola ist rastlos durch die Wohnung getigert, so dass ich aus dem gemeinsamen Schlafzimmer ausgezogen bin um mit Viola ins Wohnzimmer überzusiedeln. Auch dort konnte ich der Anweisung der Tierärztin kaum Folge leisten: den Hund auf ein Heizdeckchen legen und warm halten. Hah! Kaum hatte ich Viola überzeugt, sie solle sich hinlegen, stand sie auch schon wieder und tigerte durch die Bude. Später wurde sie dann ruhiger, aber bei jedem Schnaufer und Wälzer vom Hund war ich natürlich wieder wach. An Schlafen war kaum zu denken und die Vorstellung am nächsten Tag in die Arbeit zu müssen, hat mir nicht behagt! Insgesamt hat der Hund wahrscheinlich mehr geschlafen als ich (2,5 Stunden verteilt auf die Nacht).
Inzwischen ist die OP 4 Tage her und ich kann sagen, dass Viola alles wirklich sehr gut überstanden hat. Sie ist, im Rahmen der Möglichkeiten, wieder die Alte :)! Für ihr Alter und die schwere OP wirklich prima und ich bin sehr froh.
Hoffen wir mal, dass das der letzte große Eingriff für sie war und sie den Rest ihres Hundelebens gemütlich geniessen und verschlafen kann - das tut sie nämlich im Moment auch gerade :)...